A v a l o n p f a d
 A v a l o n p f a d                                          

Gloria und die viktorianische Presse

London, im Jahr 1889.
Gloria, Lady Wingfield, jung, unverheiratet und Waise, engagiert sich in der neu aufkommenden Frauenbildung. Sie gründet einen Frauenbildungsverein, der jungen Frauen den Weg in einen Beruf und damit in ein ein unabhängigeres Leben erleichtern soll. Ausgerechnet am feierlichen Eröffnungsabend wird der Ehemann einer Freundin in den Räumen des Vereins ermordet. Die Mordwaffe ist ein antiker Dolch, den Gloria wenige Stunden zuvor von einem Gast als Geschenk erhalten hat. Obwohl die Polizei sofort mit der Suche nach dem Mörder beginnt und schon bald nach dem potentiellen Täter fandet, lässt die Tat Gloria keine Ruhe. Sie beginnt auf eigene Faust nachzuforschen und findet Unterstützung bei Gregory Morris, dem ebenso attraktiven wie angesehenen viktorianischen Gesellschaftsreporter, der Lady Gloria schon bald nicht mehr kalt lässt ….

 

Marlene Klaus ist mit diesem 3. Abenteuer um die unkonventionelle Lady Gloria ein ungemein fesselnder Roman gelungen, der seinen Lesern zudem einen interessanten Einblick in die gesellschaftspolitische Situation von Frauen des späten 19. Jahrhunderts gibt. Die Autorin lässt dabei einigen historischen Personen in ihrem Krimi auftauchen, so haben z.B. Oscar Wilde und seine Frau Constance Nebenrollen, ebenso wie wichtige weibliche Journalistinnen und Herausgeberinnen von Frauen-Zeitschriften. Auch die historische Buchhandlung Hatchards (älteste Buchhandlung Londons) wird von Gloria und ihrer Freundin besucht. Ein Detail, das mir als ehemalige Buchhändlerin besonders gefallen hat.
Im Nachwort/Anhang erläutert Marlene Klaus die zeitgleich mit dem Roman expandierende Presselandschaft Englands, vervollständigt mit Hinweisen und Links für interessierte Leser. Eine anschließende ausführliche Personenliste erhellt zudem den Hintergrund der Geschichte.

 

Neben all diesen interessanten historischen Fakten, die die Handlung authentisch und glaubwürdig machen, ist „Gloria und die Londoner Liebschaften“ aber, wie seine beiden Vorgänger, vor allem ein spannender und gut geschriebener Krimi. Gekonnt, wie die Autorin subtil ihre Spuren gelegt hat. Auch die moralischen und erotischen Facetten fehlen in dieser Geschichte nicht. So sieht sich Glorias Bekannter und Freund Alexander, Lord Lyndon, plötzlich mit einem Konkurrenten um Glorias Gunst konfrontiert und entdeckt zuletzt als Einziger die tödliche Gefahr der eine atemberaubende überraschende Auflösung folgt.

 

Marlene Klaus ist mit diesem 3. Lady Gloria-Band ein absolut “rundes“ Buch gelungen. Ein spannender Plot, ein interessantes Thema, eine Atmosphäre, die die Leser in die historische Zeit entführt und lebendige Figuren.
Ein intelligent unterhaltender Wohlfühl-Krimi für alle Fans viktorianischer Heldinnen, den ich mit Vergnügen weiterempfehle.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© avalonpfad.de