A v a l o n p f a d
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Ein Mord zur Weihnachtszeit
 

James Gerald (70), Agent des britischen Geheimdienstes im Ruhestand und seine Ex-Kollegin Sheila Humphrey (68) sind erst als Rentner ein Paar geworden. Trotz völlig gegenteiliger Charaktere, verstehen sie sich blendend -  bis auf gelegentliche Ausnahmen. So versucht Sheila James begeistert als Teilnehmer für ein Weihnachts-Theaterstück zu gewinnen, bei dem sie selber gerne mitspielen würde. Das ganze Theaterprojekt ist als Resozialisierung für ehemalige Straftäter auf Bewährung geplant. Die Schauspieltruppe soll  deshalb auch aus nicht Straffälligen bestehen, wobei aus sozialpädagogischen Gründen im Dunkel bleiben soll, wer dabei welche Vergangenheit hat.


James hasst es sich öffentlich zu präsentieren. Einerseits, weil ihm die Rolle des unauffälligen Agenten, der dadurch umso effektiver arbeiten kann,  immer auf den Leib geschrieben war, andererseits, weil sie ihm im Laufe seines langen Berufslebens in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Als jedoch Sheilas beste Freundin erschlagen auf dem Friedhof aufgefunden wird und sich dann auch noch plötzlich einer ihrer Jugendfreunde, der jahrzehntelang nichts hat von sich hören lassen, bei Sheila einquartiert, lässt er sich erweichen. Ihm dämmert langsam, dass  Rosalind, Sheilas Freundin, nur aus Versehen zum Opfer wurde und der Anschlag eigentlich Sheila galt. Von nun an, lässt er nichts unversucht, um Sheila zu schützen, leider gegen ihren Willen.

 

Wie James und Sheila diesen verzwickten Fall schließlich lösen, ist ebenso spannend, wie originell erzählt. So finden sich Parallelen zu Agatha Christies „Christmas Pudding“-Geschichte (S. 67) und amüsante Hinweise und Wortspiele mit der Weihnachtsgeschichte, die die Leser schmunzeln lassen. (Zitat: „Oh, was das angeht ist die Weihnachtsgeschichte von Dickens sehr viel trauriger als unser „Christmas Pudding“. Sie werden sehen, es ist alles dabei: Intrige, Mord, und zwischendurch ist es lustig.“ – „Dickens?“, fragte die alte Dame. Wieso Dickens?“ – S.68).

 

Auch das Spiel mit dem Alter der Protagonisten, dessen mögliche Gebrechen (so spielt ein Rollator mit Spezialausstattung eine gewisse Rolle) und dem unausweichlich näherrückenden  Tod (der Friedhof als Tatort) gelingt der Autorin mit leichter Hand.

 

Marlies Ferber ist mit diesem 4. Band ihrer Null-Null-Siebzig-Krimis wieder einmal ein gut geschriebenes, spannendes und unterhaltsames Buch gelungen. Nach meiner Meinung, ihr bisher bestes Werk!

 

Der 1. Band der Krimi-Reihe um James und Sheila „Operation Eaglehurst“ wurde bereits erfolgreich als Theaterstück aufgeführt. Es scheint, als habe sich die Autorin davon für diesen 4. Band inspirieren lassen und diese Theater-Erfahrungen in bester Manier schriftstellerisch verarbeitet.

 

Mich hat „Truthahn,Mord und Christmas Pudding“ fesselnd unterhalten. Ich konnte das Buch  nicht mehr aus der Hand legen, nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte.

Meine uneingeschränkte Empfehlung für alle Fans klassischer Detektiv-Geschichten.

 

siehe auch amazon: "Intrige, Mord, und zwischendurch ist es lustig.'

 

© Margit Seibel, 9/2015

 

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