A v a l o n p f a d
 A v a l o n p f a d                                          

Tb., 459 Seiten, Rowhlt Verlag, ISBN 978-3499273-55-1
 

Farbenprächtig, bildgewaltig, romantisch – dieser historische Roman von Petra Schier entführt seine Leser in das Rheinland des 17. Jahrhunderts. Er erzählt eine dramatische Liebesgeschichte vor der Kulisse eines verheerenden Krieges, ausgelöst durch die Expansionspolitik des Sonnenkönigs Ludwig des XIV.
Zeiten der Gefahr
Rheinbach, 1673. Madlen Thynen weiß, dass Krieg herrscht. Als Tochter eines Tuchhändlers ist es unmöglich, die ausbleibenden Lieferungen zu ignorieren. Doch sie weiß nicht, was Krieg bedeutet. Bis er ihre Heimat erreicht …
Zeiten des Schicksals
Noch bevor die ersten feindlichen Truppen nahen, ist die Stadt Schauplatz des Konflikts zwischen Franzosen und Holländern: Ein Verräter hat sich hier eingenistet. Auf der Suche nach ihm kommt Madlens Jugendliebe zurück nach Rheinbach. Und bittet ausgerechnet ihren Verlobten um Hilfe.
Zeiten der Entscheidung
Madlen sollte sich nicht zerrissen fühlen zwischen diesen beiden Männern. Und doch tut sie es. Wird sie nun selbst zur Verräterin? Und wenn ja, wen verrät sie: ihre Pflicht oder ihr Herz?“ (Klappentext)

 

Petra Schiers neuester historischer Roman „Flammen und Seide“ hat mich von der ersten Seite an gepackt. Der spannende und atmosphärisch dichte Anfang zieht die Leser sofort in die Geschichte hinein. Aber nicht nur das, die Autorin hält auf 448 Seiten, was sie am Anfang verspricht. Spannung von der ersten Seite bis zur überraschenden Auflösung.

Auch die zahlreichen Figuren sind überaus lebendig gezeichnet. Ein Personenverzeichnis am Anfang des Buches, erleichtert die Orientierung.
Die Hauptperson, Madlen, ist nicht nur ein sympathisches Mädchen, sondern birgt auch ein beträchtliches persönliches Entwicklungspotential. Die beiden Kontrahenten um ihre Gunst könnten gegensätzlicher nicht sein. Ein schelmischer und gänzlich unkonventioneller Tunichtgut der eine, ein eher konservativer, gut situierter und zuverlässiger junger Mann der andere. Auch sie machen im Verlauf der Geschichte Entwicklungen durch. Symphatisch sind sie beide! Genau wie Madlin, wusste ich als Leserin lange nicht, wem ich den Vorzug geben sollte.

Petra Schier läßt die Geschichte auf zwei Zeitebenen (Anno 1668 und Anno 1673) spielen, die einander perfekt ergänzen. Ein Kunstkniff, der die Spannung der Geschichte enorm erhöht, denn die Geschehnisse der beiden Zeitebenen sind unmittelbar miteinander verknüpft. Die Rätsel der einen Ebene werfen Fragen auf der anderen auf. Allein deshalb läßt man sich als Leser jedesmal willig in die andere Ebene hinein ziehen.

Glaubwürdige Schilderungen des Alltagslebens im 17.Jahrhundert, denen (wie von Petra Schier gewohnt), gründliche Recherchen vorausgegangen sind und die Zeit des Krieges machen den Hintergrund der Geschichte aus. Am Ende haben die Kriegshandlungen die Protagonisten unmittelbar eingeholt. Diese Szenen werden realistisch, jedoch ohne effekthascherische Grausamkeiten geschildert. Im Anhang erläutert die Autorin die politischen Konstellationen, so dass sich Leser mühelos über den tatsächliches Hergang informieren können. Ebenso wird ein hilfreiches Glossar zum Brauchtum in Rheinbach hinten angestellt.

Flammen und Seide“ ist ein überaus gelungener historischere Roman, der seine Leser wunderbar unterhält und immer wieder mit Wendungen und historischen Details überrascht, die zum Weiterlesen zwingen. Ein reines Lesevergnügen!





 

 

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